Maria-Trost-Kapelle

Die Friedhofkapelle zu Rodalben
Quelle: Eugen Matheis, „30 Jahre St. Josefs-Kirche Rodalben“, 1960

Außerhalb des Ortes Rodalben an seinem östlichen Eingange, wo heute das steinerne Kreuz errichtet und dort, wo das Forsthaus steht (Anm.: heute Eingang Lindersbachstraße), stand der Überlieferung nach seit urdenklichen Zeiten eine Kapelle, die zu Ehren Maria geweiht war. Im Volksmunde hieß die Kapelle „Maria Trost". Die Bauzeit derselben lässt sich nicht feststellen, da urkundliche Dokumente über den Bau derselben bis jetzt keine aufgefunden wurden; die Kapelle wurde wiederholt dem Erdboden gleich gemacht. Die erste Zerstörung der Kapelle fand sicher im Dreißigjährigen Kriege statt, die zweite nachweislich in der französischen Revolution 1793.

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Zur genaueren Ordnung aller Verhältnisse der Kapelle kam 1757 der Dekan des Kapitels Hornbach, Pfarrer Clochs aus Aachen im Kreise Saargemünd, nach Rodalben, um die Kapelle und deren Einrichtungen zu besichtigen. Er konstatierte nach einem Schriftstück, dass in der Kapelle ein sehr hübscher silberner Kelch, außen und innen stark vergoldet, schöne Paramente und eine 24 Pfund schwere Glocke vorhanden sei, die aber nicht in der Kapelle, sondern über dem Portal der Pfarrkirche aufgehängt sei, um die Gläubigen zur Messe in der Kapelle zu rufen. Er benedizierte an diesem Tage im Beisein des Ortspfarrers Joseph Antoine und vieler Gläubiger dieses Glöcklein unter den üblichen Zeremonien und berichtete über das Geschehene seinen Vorgesetzten nach Metz. Die Andacht in der Kapelle „Maria Trost" nahm von da ab ihren ungestörten Fortgang.

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Am 8. Dezember 1781 nahm die markgräfliche Verwaltung eine Revision über das Vermögen der Kapelle vor. Dieselbe stellte fest, dass diese 157 Gulden Kapitalien und außerdem die vorgenannte gestiftete Kapellwiese besaß. 1789 wurde die Kapelle einer größeren Reparatur unterzogen, indem das Chor der Kapelle einen neuen Plattenbelag erhielt, eine neue Kommunionbank aufgestellt, äußerlich der Bestrich erneuert ward und das Dach umgedeckt wurde. Kaum war die Kapelle renoviert und das Innere des Gotteshauses prächtig ausgeschmückt, kamen die verhängnisvollen Zeiten der französischen Revolution, in welchen 1793 die Andachtsstätte von den Rebellen niedergerissen wurde. Rechtzeitig rettete noch ein Rodalber Bürger das Marienbild, das in der Nische des Hochaltars aufgestellt war. Er schützte dasselbe auf diese Weise vor der Zerstörungswut der Revolutionäre.

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Die Stätte lag in Trümmern bis zum Jahre 1802. Da erbaute Pfarrer Pfeiffer mit Erlaubnis des französischen Unterpräfekten von Besnard in Zweibrücken die Kapelle wiederum, aber nicht an ihren ursprünglichen Ort, sondern auf den kurz vorher neu angelegten Gottesacker (Anm.: heute im Park südl. von St. Josef). Beim Erbauen wurden noch die Steine der zerstörten Kapelle verwendet.

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Die Friedhofkapelle zu Rodalben

 

Außerhalb des Ortes Rodalben an seinem östlichen Eingange, wo heute das steinerne Kreuz errichtet und dort, wo das Forsthaus steht (Anm.: heute Eingang Lindersbachstraße), stand der Überlieferung nach seit urdenklichen Zeiten eine Kapelle, die zu Ehren Maria geweiht war. Im Volksmunde hieß die Kapelle „Maria Trost". Die Bauzeit derselben lässt sich nicht feststellen, da urkundliche Dokumente über den Bau derselben bis jetzt keine aufgefunden wurden; die Kapelle wurde wiederholt dem Erdboden gleich gemacht. Die erste Zerstörung der Kapelle fand sicher im Dreißigjährigen Kriege statt, die zweite nachweislich in der französischen Revolution 1793.