Die Marienkirche in der Stadtmitte

 

Die Geschichte der MarienkircheHP-Seiten/StMaria/StMaria Westansicht.jpg

Zusammengestellt von Johannes Matheis

1196

Erste dokumentarische Erwähnung des Dorfes Rodalben durch das Benediktinerkloster Herbitzheim/Lothringen und Errichtung eines Wehrturmes, des heutigen Westurmes der Marienkirche.

 

1237

Rodalben wird erstmals in einer säkularen Urkunde erwähnt. Es handelt sich um die Teilung der Grafschaft Leiningen in das markgräfliche Leininger Land und das Gräfensteiner Land durch Graf Friedrich II von Leiningen.

 

 

1350

Rodalben erhält erstmals einen kirchlichen Pfründenbesitzer, also Pfarrer, der auf Anweisung des zuständigen Dekanates Hornbach mit dem Bau einer Kirche beginnt.

 

 

1360

Die erste Rodalber Pfarrkirche erhält das Patrozinium St. Peter und St. Sebastian. Die Pfarrei Rodalben gehört ab dieser Zeit zum Bistum Metz und wird auch in Rom beurkundet.

 

 

1381

Die Pfarrei Rodalben wird dem Bistum Worms zugeteilt.

 

 

1365

Entstehung der ersten Wand- und Gewölbemalereien im „alten“ Ostchor der Marienkirche. Die Aposteldarstellungen mit den radförmigen Weihekreuzen stammen wohl aus dieser Zeit.

 

 

 

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1420

Das Gräfensteiner Land ist mittlerweile Teil des Herrschaftsgebietes des markgräflichen Hauses Baden. Der neue Regent ist Bernhard I. von Baden der später selig gesprochen und zum Patron des Gräfensteiner Landes wird. In seine Regierungszeit fällt die Entstehung der Deckenfresken im „alten Chor“ mit den als Flügelwesen dargestellten Evangelistensymbolen.

 

 

1425

Erstmals wird mit Johannes Klingler ein Rodalber Pfarrer urkundlich erwähnt

 

 

1542

Das Amt Gräfenstein wird unter Pfalzgraf Ruprecht von Zweibrücken protestantisch.

 

 

1579

Kurfürst Philipp von Baden stellt den katholischen Glauben wieder her.

 

 

1594

Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach reformiert das Gräfensteiner Land erneut.

 

 

1620

Markgraf Wilhelm von Baden stellt endgültig den katholischen Glauben im Amt Gräfenstein wieder her. Der ständige Konfessionswechsel war eine Folge des Augsburger Religionsfriedens der unter anderem der staatlichen Gewalt die Bestimmung über die konfessionelle Zugehörigkeit zusprach ( cuius regio – eius religio

 

 

1635

Weitgehende Zerstörung des Dorfes Rodalben und der Marienkirche im Dreißigjährigen Krieg. Nur das alte Chor und der Westturm bleiben unversehrt

 

 

1662

Ende des Wiederaufbaus der Marienkirche mit dem Abschluss der Arbeiten am Langhaus und der Feier der ersten heiligen Messe nach der Zerstörung.


 

 

1729

Kirchenvisitation durch den zuständigen Bischof Heinrich Karl von Metz. Er erkannte die Platznot in der Kirche und befahl einen Kirchenneubau.

 

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1732

Das alte, in Ost-West-Richtung verlaufende Kirchlein wird abgebrochen, es bleiben nur der Westturm und das Ostchor erhalten. Nach Plänen des Maurermeisters Jennewein aus Fehrbach wird mit dem Bau einer neuen Kirche in Nord-Süd-Richtung begonnen. Die Baukosten wurden zum großen Teil, mit Genehmigung des pfälzischen Markgrafen Ludwig Georg, durch den Verkauf von Holz aus den Gräfensteiner Wäldern bestritten. Der Westturm wird um 6m erhöht.

 

 

1733

Anbringung und Einweihung der Kreuzigungsgruppe links vom Eingang zum alten Chor.

 

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1735

Abschluss der Bauarbeiten und am 8. September Weihe der Kirche durch den Erzpriester des Landkapitels Hornbach (Dekan) auf das Patrozinium Geburt der Jungfrau und Gottesmutter Maria (St. Maria).

 

 

1748

Die beiden Seitenaltäre, die dem heiligen Johannes Nepomuk und dem heiligen Antonius von Padua geweiht sind, kommen als erste Teile der neuen barocken Inneneinrichtung in die Marienkirche.

 

HP-Seiten/StMaria/StMaria SeitenAltar li.jpgHP-Seiten/StMaria/StMaria SeitenAltar rechts.jpg

 

1756

 

Der gleiche Bildhauer aus der Gegend von Bitsch beendet in der Kirche seine Arbeit am Hochaltar, der auf sechs Säulen ruht und von einer handgefertigten Imaculata bekrönt wird.

 

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1771

 

Errichtung des Langkreuzes am Westturm der Marienkirche anlässlich einer Volksmission. Das Kreuz mit einer Länge von 20m ist das größte einer Art im pfälzisch-elsässisch-lothringischen Raum.

 

 

1780

Die in Kupfer geriebene und vergoldete Monstranz wurde  aus Spenden der Rodalber Bürger angeschafft. Sie ist 71,5 cm hoch und zeigt am Fuß die Leidenswerkzeuge Christi.

 

 

1785

Die Kircheneinrichtung wird durch die bauchige Kanzel, das Ambo und den Messaltar vervollständigt.

 

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1798

Einmarsch der französischen Revolutionstruppen in Rodalben. Der Innenraum der Marienkirche wird teilweise zerstört und geplündert, zwei vergoldete Holzleuchter mit Balusterschäften bleiben für immer verschwunden. Andere sakrale Gegenstände wie die Monstranz können von mutigen Rodalber Bürgern gerettet werden. Beim Versuch das Langkreuz am Westurm zu fällen, beschädigen französische Revolutionsgardisten den Fuß des Kreuzstammes, können das Kreuz aber nicht zu Fall bringen, da es mit schweren Eisenklammern an der Turmmauer befestigt ist.

 

 

1886

Erweiterung der zu klein gewordenen Marienkirche durch den Gemeindepfarrer Dr. Stephan Lederer. Er lies eine Eingangshalle mit zwei kleinen Kuppeltürmchen an die Nordseite anfügen.

 

 

1893

Der geschnitzte Kreuzweg wird in der Marienkirche angebracht und von Pfarrer Dr. Stephan Lederer geweiht.

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1894

2. Volksmission in Rodalben. Wie schon 1771 wird auch dieses mal eine Schrifttafel mit der Jahreszahl zur Erinnerung am Langkreuz am Westturm angebracht.

 

 

1930

Mit der Weihe der Kirche St. Josef am St. Elisabeth Krankenhaus ist die Marienkirche nicht mehr Pfarrkirche von Rodalben. Pfarrer Josef Ackermann nutzt sie dennoch weiter für Wochentagsgottesdienste und Andachten.

 

 

1944

Die Marienkirche wird bei Bombenabwürfen gegen Ende des II. Weltkrieges schwer beschädigt.

 

 

1954

Abschluss der Restaurationsarbeiten an der Inneneinrichtung durch den Maler und Bildhauer Emanuel aus Merzalben.

 

 

1980

Renovierung und Instandsetzung der Marienkirche und der Monstranz. Pfarrer Karl Weber beauftragt damit den Restaurator Strasser aus Schweighofen, der durch tatkräftige, ehrenamtliche Mithilfe der Rodalber Bürger unterstützt wird.

 

 

1999

Eine Ikone aus Assisi mit der Darstellung der heiligen Familie findet ihren Platz in der Westnische der Marienkirche. Das im kretisch-venezianischen Stil gefertigte Sakralbild wurde vom damaligen Kaplan Matthias Mertins und von Pastoralpraktikant Hans Meigel von einer Wallfahrt mitgebracht.

 

 

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2000

 

Im Rahmen der Feier des Heiligen Jahres wird der Sockel des Westturmes der Marienkirche neu gestaltet. Eine vergoldete Darstellung zeigt fünf verschlungene Friedenstauben für die fünf Kontinente und wird durch den Schriftzug „Christus gestern – heute – in Ewigkeit“ ergänzt.

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