Historisches

Die Geschichte der Pfarrkirche St. Josef

Unter dem Titel „80 Jahre Pfarrkirche St. Josef in Rodalben“ erschien ab August 2010 im „Gräfensteinbote“ eine Artikelserie von Vincenz Bernhard, die uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde und die wir hier wiedergeben.
Im September dieses Jahres feiert unsere Josefskirche ihren 80. Geburtstag. Viele ältere Mitbürger erinnern sich noch an die großen Ereignisse von damals: Baubeginn, Grundsteinlegung und Einweihung 1929/1930 (im gleichen Jahr wurde auch das Gotteshaus unserer protestantischen Mitchristen in der Friedhofstraße errichtet und seiner Bestimmung überge­ben). Für jüngere Mitmenschen dürfte die überaus schwierige Aufgabe, die sich der damals knapp 28-jährige Pfarrer Josef Ackermann aufgeladen hat, interessant und ermutigend sein. In mehreren Abschnitten wird die Baugeschichte von St. Josef an dieser Stelle nachzulesen sein.

Fast 200 Jahre lang hat die 1733 - 35 neu erbaute und 1886 noch einmal durch Pfarrer Sr. Stephan Lederer erweiterte Schicksalsgenossin Rodalbens, die altehr-würdige Marienkiriche, für den Sonntagsgottesdienst der hiesigen Bevölkerung ausgereicht. Doch schon um 1900 machte sich wachsender Platzmangel bemerkbar. Ursachen dafür waren die kinderreichen Familien jener Zeit sowie die aufkommende Schuhindustrie, die viele auswärtige Arbeitskräfte anzog. Familiennamen, die in früheren Kirchenbüchern und in der Registratur der Standesämter nicht vorkamen, mischten sich mehr und mehr unter die Namen der Rodalber Alteingesessenen. Noch gibt es Zeitzeugen, die miterlebt haben, dass am Sonntagmorgen - obwohl in St. Maria vier heilige Messen gelesen wurden - die Kirchenbesucher in Schlangen, besser gesagt in Menschentrauben, bis an die gegenüberliegende Hausfront standen, um den Gottesdienst mitzufeiern. Um ein Gerangel um die Plätze im Gotteshaus zu vermeiden, wurden jeweils zu Beginn des Jahres im damaligen Schulschwesternhaus - heute Haus der Kultur - die Kirchenplätze versteigert. Jeder Steigerer hatte bis zum Beginn eines Gottesdienstes absolutes Anrecht auf seinen Platz.HP-Seiten/StJosef/Bauplan S01.jpg

Erst nach Beginn der heiligen Messe durften leergebliebene Plätze von anderen Personen eingenommen werden. Doppelt war der Erfolg dieser Maßnahme: Unruhe im Kirchenraum wurde vermieden, und mit dem Erlös der Versteigerungen entstand ein Fonds für den dringend notwendig gewordenen Kirchenneubau. An eine abermalige Erweiterung der Marienkirche war nicht zu denken; zur Straße hin seit der Errichtung der beiden Vortürme 1886 schon gar nicht, auf die Seite, wo der Hauptturm steht, war es technisch nicht möglich, nach Osten und Süden gab es keinen freien Platz, da in beiden Richtungen Privathäuser einer Erweiterung im Wege standen. Zu einem ganz neuen Kirchenbau auf größerem Gelände fehlten aber die Mittel für den Geländeerwerb sowie für den eigentlichen Neubau.

Suche nach Baugelände für den Kirchenneubau.

Der Nachfolger von Pfarrer Dr. Stephan Lederer (1882 -1901), Pfarrer Johannes Dengel (1901 - 1917), hat bei der ständig steigenden Bevölkerungszahl die Notwendigkeit eines Kirchenneubaus sofort erkannt, einen Kirchenbauverein ins Leben gerufen und nach geeignetem Gelände Ausschau gehal-ten. Für Pfarrer Dengel war 1917 Pfarrer Martin Wothe und an dessen Stelle 1920 Pfarrer Joseph Ohmer in die Pfarrei St. Maria gekommen.
Schon zu Zeiten von Pfarrer Dengel war der Ankauf des Anwesens Knieriemen in der Hauptstraße - heute das Gebäude mit der Ärztepraxis Dres. Stein und das Nachbarhaus mit dem Eiscafe - im Gespräch, wo sich auch heute ein größeres Gelände in Richtung Schulstraße anschloss. Immer wieder hatten sich dort im Anschluss an die Fronleichnamsprozession die Pfarrkinder bereits damals zu Pfarrfamilienfesten zusam-mengefunden, weshalb die Katholiken sich dort schon fast wie zuhause gefühlt hatten. Dieses Anwesen war damals feil, der Ankauf aber übertraf die Finanzkraft der Pfarrei. Der Plan des Architekturbüros Josef Uhl aus dem Jahr 1920 sah einen Neubau mit angegliederter Marienkapelle als Ehrerbietung an die Mutterkirche in der Ortsmitte vor. Der Kirchenneubau sollte zwischen Hasentalstraße und Clauser Weg (in Höhe des Wohnhauses Albert Frank) mit Zugang von beiden Seiten zu stehen kommen, das Pfarrhaus dort wo das Haus der Hebammenhilfe steht. Eine gewaltige Freitreppe sollte von der Hasentalstraße aus auf den "Kirchberg" fuhren. (Der ursprüngliche Bauplan dazu wurde bereits in Teil I in der GB-Ausgabe vom 19. August veröffentlicht.)
Doch die Geldentwertung zerschlug diesen Plan 1924. Für die veranschlagte Bausumme von 360.000,- Mark waren die angesammelten 125.000,- Mark auf magere 20.000,- Mark zusammengeschrumpft. Der Kirchenneubau schien in weite Ferne gerückt. Ausschlaggebend dafür, dass man das Projekt dennoch in Angriff nahm, war die Tatsache, dass die Pfarrei 1925 den damaligen Pfarrgarten südlich des alten Pfarrhauses bis zur Rodalbe an die Post abtrat für den Bau des Postamtes 1926, die Gemeinde der Pfarrei den alten Friedhof (heute Anlage bei St. Josef, 1915 geschlossen) zur Verfügung stellte, die Oberpostdirektion oberhalb davon vom Wirt Josef Loreth für 8.000,- Mark ein Grundstück erwarb, es der Pfarrei als Gegenleistung für den alten Pfarrgarten überließ und dass verschiedene Rodalber Bürger zusätzlich Gelände für den Bau der neuen Kirche und eines Pfarrhauses stifteten. Damit war die Bauplatzfrage für Kirche und Pfarrhaus gelöst. Der Opfer-freudigkeit der Pfarrangehörigen war es zu verdanken, dass der junge Pfarrer Josef Ackermann (seit 1927) das notwendige Projekt dennoch in Angriff nehmen konnte.

Schwierige Finanzierung

Mit viel diplomatischem Geschick verstand es der knapp 28-jährige neue Pfarrer die unter Pfarrer Ohmer politisch zerstrittene Gemeinde - Centrum gegen Bayernpartei -zu einigen und für die gemeinsame Sache, den Kirchenneubau zu besgeistern. Eifrige Sammlerinnen gingen Woche für Woche einmal von Haus zu Haus, um für den Kirchenbau zu sammeln.

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Die Mitglieder der katholischen Jugendverbände zogen in ihrer freien Zeit zu Fuß und mit dem Fahrrad über Land, um in den Nachbargemeinden stilisierte Postkarten mit dem Bild der geplanten neuen Rodalber Kirche als "Bausteine" zu verkaufen. Unglaublich steigerte sich unter der Begeiste­rungsfähigkeit von Pfarrer Ackermann die Spendenfreudigkeit der Gläubigen.

 

Grundsteinlegung

Nun war also die Bauplatz-frage gelöst, die gesamte Pla­nung aus finanziellen Gründen etwas geschrumpft und auf den Bau der vorgesehenen Marienkapelle verzichtet worden. Was war es aber für ein Aufatmen unter den Gläubigen, als der langer-sehnte Tag der Grund-steinlegung für das neue Gotteshaus im "Gräfen-steinbote" angekündigt wurde.Im Frühjahr 1929 nahm der lange herbeigesehnte Baubeginn erste Formen an. Am 19. März 1929, also am Josefstag, erfolgte der erste Spatenstich. Und am Pfingstmontag, dem 20. Mai 1929, ging der lange gehegte Wunsch der Rodalber Katholiken in Erfüllung. "Endlich", so ist im "Gräfensteinbote" zu lesen, "konnte durch den Bischof von Speyer, Dr. Ludwig Sebastian und durch den jungen Ortspfarrer Josef Ackermann, in Anwesenheit von ca. 5.000 Gläubigen aus Rodalben und Umgebung für die neue Kirche auf dem Haustel der Grundstein gelegt werden. Die auf einer Pergamentrolle geschriebene Urkunde, die im Grundstein von den Baumeistern Adam Pfundstein und Josef Schmitt eingemauert wurde, ist in Latein abgefasst.

 

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Pfarrer Ackermanns Überlegungen

Versetzen wir uns in das Jahr 1929! Der Kirchenneubau des jungen Pfarrers Josef Ackermann schreitet zügig voran. Es ist im Spätherbst. Fast jede Woche ein mal unternimmt der Mutige mit einer riesigen Schuldenlast auf dem Rücken einen Ausflug aufs Köpfel, auf den "Berg", an den Baumbusch, mal auf den Hilschberg und mal auf den Kopf über dem Geißbühl, um die Fortschritte am Bau zu beobachten. Mit ihm schreiten Architekt und Baumeister; sie vergewissern sich, ob die neue Kirche sich auch harmonisch in die geographischen Verhältnisse einpasst. Noch fehlt die hohe Stützmauer zum "Alten Friedhof" hin, noch gähnen leere Fensterhöhlen dem Betrachter entgegen.
Wird er das Geld dafür aufbringen, wird er Stifter finden? Da sind auch noch die leeren Schalllöcher am Turm, die bleiben offen, bis die Glocken eingefahren sind. Wird er eine Turmuhr finanzieren können. Vor dem Haupteingang muss ja auch noch eine entsprechende Treppenanlage errichtet werden. Über dem Haupteingang ist doch auch noch eine Skulptur des vorgesehenen Kirchenpatrons geplant.... und wie's da drinnen aussieht. Vorerst nur das Wichtigste: Altar, Kanzel, Bänke. Orgel und Ausmalen später! Allzusehr darf ich ja sowieso die armen Rodalber nicht strapazieren, haben sie doch gerade auch für das erweiterte Krankenhaus großzügig gespendet. - Dies mögen einige seiner Gedanken gewesen sein. Verbinden wir diese Worte mit einem bestimmten Tonfall, dann haben wir ihn leibhaft vor uns stehen, Pfarrer Josef Ackermann.

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Beim Bau der Stützmauer, zu erkennen von links: Maurermeister Johann Matheis (Vater von Hans Matheis), Architekt Steidle, die hiesigen Bauunternehmer Adam Pfundstein und Josef Schmitt.

Finanzsorgen

Noch aber war die Finanzierung des Bauvorhabens nicht gesichert. Aber mit einer tüchtigen Portion Gottvertrauen und der steigenden Spendenfreudigkeit seiner Rodalber Pfarrkin­der trieb Josef Ackermann seinen Kirchenbau voran, ohne die Seelsorge der ihm Anvertrauten zu vernachlässigen. (Das Foto vom Turmbau entstand am 11. November 1929.) Sicher waren ihm die Finanzierungsbewilligungen durch den damaligen Bischof von Speyer aus der Kirchensteuer und auch die der Bayerischen Staatsregierung. Aber bis zur De­ckung der 1929 auf 130.000,- Mark angewachsenen Bausum­me klaffte noch eine große Lücke.
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Trotz der sehr schwierigen Finanzlage konnte ohne Unterbrechung weitergebaut werden. Die Spendenfreudigkeit der gesamten katholischen Bevölkerung nahm zu, viele freiwillige Helfer fanden sich für Hilfsarbeiten am Kirchenbau ein. Die Bauern karrten auf ihren Kuh- und Pferdefuhrwerken die in den nahen Wäldern gebrochenen Mauersteine aus heimischem Buntsandstein herbei.

 

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Rohbau, Aufnahme vom 15. September 1929, Turmhöhe bei 25 m, Turmmaße 7,8 m x 7,8 m.


HP-Seiten/StJosef/StJosef Figur S10b.jpg Pfarrer Ackermann und die "Seppe"
Eine schlaue Art, bestimmte Personenkreise für die Finanzierung seines Bauvorhabens zu mobilisieren war die Taktik, für die neue Kirche, die unter den Schutz des Heiligen Josef gestellt werden sollte, die Mittel für die vorgesehene Josefsfigur über dem Hauptportal zu beschaffen. Der Turm stand bereits; über dem Haupteingang war eine mächtige Konsole und darauf ein mehrere Meter hoher Felsbrocken mit eingemauert. Aber das Geld, die Skulptur des vorgesehenen Kirchenpatrons ausmeißeln zu lassen, fehlte, wo doch der eigentliche Kirchenbau noch Finanzlücken aufwies. Da damals viele Buben und Männer noch Josef hießen, wandte er sich kurzerhand an alle seine Namensvettern mit dem Aufruf, für die Anschaffung einer Steinfigur ihres Namenpatrons und Kirchenschutzheiligen einmal auf Annehmlichkeiten zu verzichten. Nach Pfarrer Ackermanns Berechnung hatte Rodalben damals so viele "Seppe", dass die Figur bezahlt wäre, wenn jeder von ihnen 5,- Mark spendete. Und siehe da: Die Josefskirche bekam auf diese Weise schneller als erwartet das steinerne Standbild ihres Schutzheiligen.

 

Glockenweihe am 15. September 1930

Mitbürgerinnen und Mitbür­ger, die beim Kirchenneubau mitgefiebert haben, erinnern sich noch daran, dass die vier für St. Josef geschaffenen Glocken schon einige Wochen vor Fertigstellung des neuen Gotteshauses angeliefert, zunächst im Chor der fast fer­tigen Kirche zur Schau ge­stellt und schon eine Woche vor der Konsekration der Jo­sefskirche geweiht und auf­gehängt worden waren. Ihrem Ruf folgten am Weihetag des neuen Gotteshauses sehr vie­le Gläubige zur Feier. Nur wenige Bänke waren erst vor­handen. Wären alle bereits an­geliefert gewesen, hätten die vielen Besucher in der Kirche bei weitem nicht alle Platz gefunden. - Vielleicht waren es nur so viele Bänke, wie man heute für den Sonntags­gottesdienst gerade noch be­nötigt.

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Weihe der Glocken durch Bischof Dr. Ludwig Sebastian. Links im Bild Kirchendiener Franz Lechner, rechts Kir­chenschweizer Philipp Schmitt (oben).

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Stiftungen

Sämtliche Kirchenfenster wurden von Pfarrangehörigen und Vereinen der Pfarrei geschenkt und zwar von folgenden Stiftern:

Pfarrer Eugen Follmer, Schaidt
Familie Emil Magin
Familie Sanitätsrat Dr. August Follmer
Familie Oberlehrer Franz Meckes
Frl. Rosa und Amanda Hüther
Bürgermeister Dr. Albert Wolpert und Familie Eugen Matheis, Verwaltungsinspektor
Val. Diel und Ehefrau Magdalena geb. Matheis
Gasthofbesitzer Ludwig Kölsch und Schwester Maria Kölsch
Kaufmann Peter Pfundstein
Kath. Arbeiterverein Rodalben
Marian. Jungfrauenkongregation und Arbeiterinnenverein
Kath. Jugend- und Jungmännerbund Rodalben
Zwei Stifter wollten nicht genannt werden.

Der Taufstein wurde gestiftet vom Christi. Mütterverein und 3. Orden des Hl. Franziskus.

Die Schmiedearbeiten an der Kommunionbank wurden unentgeltlich durch den Schlossermeister August Matheis geleistet.

Turmkreuz und Wetterhahn von der Kirchenverwaltung, Architekt und Bauleitung,

Altarkreuz für Hochaltar vom Zentralverband der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen der Ortsgruppe Rodalben und von Angehörigen von Gefallenen der Pfarrei.

Schenker und Stifter der Glocken sind folgende hiesige Bürgersfamilien:
Glocke St. Elisabeth: gestiftet von Familie Wilhelm Servas, Schuhfabrik
Glocke St. Pirminius: gestiftet von den Familien David Hoffmann, Metzgermeister und Alfred Weber, Schuhfabrik
Glocke von Petrus Canisius: gestiftet von den Familien Xaver Bernhard, Schuhfabrik, Johann Follmer und Alfons Matheis, Bäckermeister
Glocke St. Maria: gestiftet von Jean und Ida Reber.

Die Apostelkreuze sind eine Stiftung des Architekten Steidle in München.

Turmuhr und Zifferblatt wurden vom damaligen Gemeinderat gestiftet.

Nun hatten die Rodalber Katholiken ihr neues, großes Gotteshaus, aber das war noch lange nicht bezahlt. Die Spenden flössen von nun an spärlicher, die Schuldenlast drückte den Erbauer, dessen Zuversicht dennoch nicht erlahmte. Noch aber klingt es älteren Mitbürgern in den Ohren, wenn "de Herr Parre" im Sonntagsgottesdienst auch noch bis in die Kriegsjahre vor der Sonntagspredigt verkündete: "Für den Kirchenbau gingen ein soundsoviel Mark. Allen Spendern Gottes reichsten Segen!"

 

Der Fabrikrat

Schon um die Jahrhundertwende 1900 - vermutlich auch schon viel früher - hat es als Stütze des Pfarramts Vorstandes (lies des Pfarrers) jeweils eine Gruppe ausgewählter Bürger gegeben, die das Vermögen der Kirche sowie die Kirche selbst sorgsam überwacht und verwaltet haben. Diese Auserwählten nannten sich damals - für uns heute fast unverständlich - "Fabrikrat".

Die Mitglieder der letzten Wahlperiode vor dem Kirchenneubau St. Josef, die zusammen mit dem damals neuen Pfarrer Josef Ackermann die Pläne für den Kirchenneubau mitgestaltet, sich für die Ausführung eingesetzt und die Finanzierung überwacht haben, waren:

Georg Boo, Kirchenrechner
Xaver Bernhard, Schuhfabrikant
Franz Frank, Landwirt und Schmiedemeister
Johann Lutz, Maurermeister, Neuhof
Jakob Blanz, Abteilungsmeister
Alfred Weber, Schuhfabrikant.

Genau besehen war der Aufgabenbereich des Fabrikrates damals identisch mit den Aufgaben, die heute Pfarrgemeinderat und Pfarrverwaltungsrat unter sich aufteilen; aber wesentlich um­fangreicher und auch einflussreicher müssen und dürfen sich heutzutage die ehrenamtlichen Mitarbeiter in das Geschehen in der Pfarrei einbringen. Jenen acht Männern aber von der damaligen "gesetzlichen Behörde der Pfarrei", die sich auch Kirchenverwaltung nannte, dürfen wir posthum heute noch dankbar sein, dass sie dem jungen Pfarrer bei der schwierigen Aufgabe des Kirchenbaus in jener schwierigen Zeit (1928 Weltwirtschaftskrise) mit Rat und Tat beigestanden haben.

Quellennachweis: 

Pfarrarchiv St. Josef
Archiv der Stadt Rodalben
Archiv des Kirchenchors St. Josef
Eugen Matheis: „Blätter der Erinnerung", 1930; „30 Jahre Kirche St. Josef", 1960
Veröffentlichungen des "Gräfensteinbote" seit 1929
Berichte und Erzählungen älterer Mitbürger
Befragung ehemaliger und derzeitiger Personen in der Pfarrei